St. Gallen Raubüberfall direkt vor meiner Nase
Gestern Abend erlebte ich etwas, was mich bestätigt hat, warum ich immer etwas bei mir trage um mich im Notfall zu verteidigen, mal mein kleines Lieblingsmesser mal halt nur ein Kugelschreiber oder mein Teleskopschlagstock ;P Man sollte wirklich immer wissen wie man sich im Notfall zu verteidigt. Den wenn ich gestern was gelernt habe ist, dass die Verbrecher immer frecher werden.
Nun ich lebe mitten in St. Gallen. Wenige Fussmarschminuten vom Hauptbahnhof entfernt in einem, der letzten wirklich ruhigen Quartiere. Jugos und Alternative Kiffer und Alkis sind sehr selten. Eigentlich ist das wirklich eine heile Welt. Hier hats ausser einem Haufen Studenten und Professoren nur anständige Leute. Obwohl es an eine grosse Quartierstrasse hat, fahren nur wenige Auto durch. Mir gefällts hier. Bisher dachte ich, dass sich keine Drögeler oder Punks hierher verirren aber da hab ich mich wohl geirrt.
Immer wens eindunkelt, lass ich meine Rollläden runter, einfach ein Seitenfenster im Erker ist offen und verdeckt durch einen Nachtvorhang.
Also sass ich so friedlich am PC und programmierte an einem Projekt von mir rum, als ich auf einmal draussen ein lautes gekreische hörte. Ich wollte schon twittern, dass der Katzenkrieg draussen mal wieder in vollen gang ist (meine Twitterfollower haben schon öfters miterlebt wie ich über diese Katzen geflucht habe), aber als dann ein “Hilfe” dazugeschrieen wurde, wusste ich dass dies nur ein Mensch sein kann keine Katze. Also stürzte ich zum Seitenfenster und sah wie eine Frau am Boden lag, ihre Handtasche hielt und von einer dunklen Gestalt nachgeschleift wurde. Ihr Kopf donnerte dabei ein paar mal unsanft auf den Boden. Ich ging dann zum grossen Fenster und kurbelte die Läden hoch und öffnete das Fenster um evtl diesem Dieb nachzurennen. Aber beim Hochkurbeln sah ich wie er das Handy des Opfers aufnahm, die Handtasche ebenfalls und wegrannte, so dass ich ihn aus den Augen verlor.
Ich fand es wirklich toll, dass innert wenigen Sekunden viele Fenster sich geöffnet hatten und sogar ein paar auf die Strasse rannten und dem Dieb hinterher. Die Überfallene Frau (also doch eine Katze aber auf 2 Beinen) war ziemlich verwirrt und wurde dann in das Haus vis a Vis von meinem Gebracht, dort kümmerten sich ein paar Studenten um die Frau. (Das waren übrigens diese Studenten aus der WG die bei offenem Fenster im Sommer rumvögeln – hier ist nicht twittern gemeint).
Etwa 10min später fuhr dann ein Kastenwagen der Polizei vor und 2 Polizisten sind ausgestiegen. Sie nahmen von allen Nachbarn ihre Zeugenaussage auf. Aber da es sehr dunkel war und meistens noch Licht in den Wohnungen brannte, konnte man den Täter nicht wirklich erkennen. Ich selbst versuchte mir möglichst viel einzuprägen aber gross was sagen konnte ich nicht – ausser dass er etwa 1,70 war und dunkel gekleidet.
Etwas komisches war da aber noch. Eine dieser Studentinnen die das ganze besser beobachten konnten wie ich, sahen 2 Täter. Beide sind hintereinander davon gerannt. Als wir auf die Polizei gewartet haben, wurde von diesen 2 Tätern geredet – aber dann kam der 2. Hoch, sagte er sei dem Täter hinterher gerannt und dann auf die Schnauze geflogen und darum zurückgekehrt. Nun ich selbst wusste nicht was ich davon halten soll – aber als wir dann merkten, dass dieser Typ abgetaucht ist, fanden wir das sehr verdächtig. Also haben wir der Polizei auch diesen Typ beschrieben. Der ebenfalls ca 170-180 gross, dünn, dunkel gekleidet mit Kaputzenpuli und schwarzer Dächlikappe. Und als ich dann dem Polizist sagte er hätte einen Ostschweizerdialekt – kam ich mir doch irgendwie ziemlich rassistisch vor. Wenigstens war dies eines der wenigen Infos die die Polizisten noch nicht gehabt haben. ZIemlich schnell sind die Polizisten dann mit der Frau auf den Polizeiposten gefahren und gut eine Stunde später kamen nochmals 2 KaPo’ler und wollte das gleiche wissen.
Ich war ziemlich erstaunt, als man sagte, dass nur 2 Polizisten hier sein können, weil der Rest bei einem anderen Fall einem Einbruch gebraucht werden. Ist es wirklich möglich, dass die Polizei bei einem Einbruch wirklich fast 99% ihrer Einsatzkräfte gebunden werden und nur 2 Polizisten übrig bleiben? Man dann muss ich mich nicht wundern, warum ich die Polizisten sonst oft beim Kebabstand sehe oder dass die ihren Ärger runter-koksen müssen…
Ein paar Stunden später habe ich dann gesehen, dass neben Fenster meine Digitale Spiegelreflexkamera gelegen hätte und ich ohne weiteres das ganze hätte Fotografieren können. Das hat mich dann schon ein wenig geärgert – aber in solchen Situationen denkt man anders als in “Friedenszeiten”…
Schön wars einfach zu sehen, dass die heutige Jugend nicht wirklich so bekifft, bekokst und betrunken sind wie gedacht. Wie ich hörte waren die WG Leute gerade in einem Pokerspiel und sie waren alle normal. Also ist noch nicht alles verloren bei der Jugend sondern es gibt noch viele viele Normale die wohl einfach sich bedeckt halten.
Nun ich bin gespannt wie es weitergeht – vermutlich wird hier der Dieb ausser er macht einen Fehler nie gefasst werden. Dafür konnten wir ihn einfach zu wenig Erkennen.
Schade anscheinend sind wir wieder soweit wie vor ein paar Jahren – als sich die Frauen Abends nicht mehr alleine auf die Strasse getraut haben – weil die Gefahr, dass sie abgestochen/abgeschlagen werden ziemlich gross war.
Quo Vadis St. Gallen?









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