Anthrazits Beste 200 Webseiten der Schweiz ein MEGA Beschiss?

Posted by Annubis | Allgemein | Friday 12 February 2010 00:30 | Tweet ThisTweet This

Wie jedes Jahr veröffentlicht die Zeitung Anthrazit die ihrer Meinung Besten 200 Webseiten der Schweiz. Bisher dachte ich dass diese Liste ein wirklich guter Querschnitt der schweizer Webseiten darstellt – aber in diesem Jahr wurde ich ziemlich stutzig.

Wenn mal in den schweizer Medien über Blogger berichtet wird dann fällt garantiert der Name Peter Hogenkamp. Peter Hogenkamp ist der Chef von Blogwerk und er gehört zu den Blogpionieren hier in der Schweiz. Er gehörte zu den Menschen in der Schweiz die das Bloggen bekannt gemacht haben – das darf man ruhig sagen. Leider dachte er, er würde mit Blogs schnell reich werden und hat darum sein Unternehmen ein wenig zu fest aufgebläht und nun kränkelt es ein wenig rum. Obwohl ich nicht wirklich ein Freund von ihm bin, ein scheitern wünsch ich niemand.

Nun wenn man in einer Jury sitzt die über so eine Top Liste der Webseiten bestimmt, dann sollte man sich in meinen Augen nicht selbst zur Abstimmung in diesem Wettbewerb stellen.

Aber das ist hier gerade passiert. Peter Hogenkamp sitzt in der Jury, die über diese Top Liste der Schweizer Webseiten 2010 gewacht haben, und dann wird einer seiner Blogs noch ausgezeichnet. Und zwar betrifft es hier den Blog Startwerk – ein Blog der Firma Blogwerk AG.

Nun stell ich mir hier schon die Frage in wieweit die Jury die Auswahl bestimmen konnte und wieweit sie in die Abstimmung eingreifen konnte. Die Liste hat in diesem Jahr also schon ein wenig mit der Glaubwürdigkeit zu kämpfen, wenn ein Jurymitglied selbst ausgezeichnet wird…
Nun frag ich mich wirklich ist diese ganze Liste einfach ein Riesen Mega Beschiss? Hat uns diese Zeitschrift Anthrazit, in den letzten Jahren, alle göttlich Verarscht? Ich hoffe ich irr mich hier – aber genau danach riecht die ganze Sache.

Auch sonst finde ich die Liste ein wenig komisch. Ich mein jetzt nicht die SBB wieder ausgezeichnet wurde oder die Swisscom selbst. Nein ich frage mich was der Blog Blogwiese in dieser Liste zu suchen hat – dieser Blog ist seit Jahren tot und der Betreiber recycelt nur noch alte Beiträge. Naja wenn solche Leichen in der Liste auftauchen, frage ich mich schon, warum man diese Webseiten noch auszeichnet. Da blockiert man einen Platz in dieser Liste mit einem toten Projekt und gibt so neuen, jungen Projekten gar keine Chance.

Naja meine Entdeckung in diesem Jahr, hat mich hier erschüttert. Die Qualität dieser Liste hat wirklich mit solchen kleinen Aktionen ziemlich abgenommen und ist nun wie der Friedensnobelpreis, der durch den US-Präsident Barack Obama entwertet wurde, wirklich nichts mehr wert. Schade eigentlich – da sieht man wie schnell man im Web ein gutes Projekt ruinieren kann.

Trotzdem gratuliere ich den Webseiten-, Blogbetreibern die sich diese Auszeichnung sicher verdient haben.

Hier könnt ihr diese Liste der 200 Besten Webseiten der Schweiz aufrufen.





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5 Responses to “Anthrazits Beste 200 Webseiten der Schweiz ein MEGA Beschiss?”

  1. Peter Hogenkamp Says:

    Dass Du jemandem, insbesondere mir, etwas Schlechtes wünschen würdest, das würde wohl auch niemand jemals vermuten.

    Hattest Du in der Schule Stochastik? Folgendes Experiment: Aus einem Topf mit einer Menge von 1000 Losen werden 200 beliebige gezogen. Es sind zehn schwarze Lose im Topf (= Blogs, die wir selbst betreiben, plus Blogs, die wir aufgesetzt haben und/oder für unsere Kunden betreiben). Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eines der zehn schwarzen Lose gezogen wird?

    Das zweite Rechenexperiment — wie hoch ist der Einfluss eines einzigen Jurors bei einer Jury mit sieben Mitgliedern plus Publikumsvoting – sparen wir uns mal.

    Bei Best of Swiss Web (vorgestern gerade Jurytag) hat man das «Problem» jedes Jahr: Würden alle Agenturen, die auch Websites machen, keine Juroren schicken, hätte man keine Jury. Die Lösung ist simpel und heisst Ausstandsregelung.

    Enough said. Schau mal in den Spiegel und überleg, was Deine Motivation ist, warum Du mir jede Woche einmal zwanghaft ans Bein pissen musst. Ich weiss es nicht, und mir ist es auch egal. Musste hier nur mal einmal für anthrazit zurückkommentieren und werde ab jetzt wieder tun, was ich immer tue: nichts.




  2. uberVU - social comments Says:

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  3. Antoine Says:

    In meiner Naivität dachte ich immer, dass der Anthrazitpreis aus der Summe aller Schweizer Websites heraus vergeben wird.
    Als ich gelesen habe, dass man Websites einreichen (betteln) muss, um sie bewertet zu haben, war ich einwenig enttäuscht. Das öffnet der Gefälligkeiten und der Schleimerei Tür und Tor.
    Vielleicht kann man nach Mövenpick/FDP-Art das Ranking mit einer neutralen Spende beeinflussen.
    Ich glaube das wir uns daran gewöhnen müssen, dass das Wort Hogenkamp sich als ein anderes Wort für Blog einbürgert.
    Kollege Hogenkamp hat es geschafft sich der Tamedia-Rinigier-Einheitsmediensauce als Usabilityexperte zu verkaufen.
    Ganz schön frech, wenn man bedenkt es Leute gibt die diesen Beruf an der Uni erlernen und den ganzen Tag nichts anders machen als sich um die Sehgewohnheiten der User zu kümmern.
    Wie dem auch sei, sein Erfolg soll uns Vorbild sein!
    .-= Antoine´s last blog ..Petersilie – Petroselinum crispum =-.




  4. Annubis Says:

    @peter: Nun lieber peter, du weisst genauso gut wie ich, dass die schweizer inet szene recht überschaubar ist. natürlich ist es gut möglich, dass mal ein eigenes projekt bei so ner wahl mitmacht. aber dann sollte man sich entscheiden ob man diese webseite zulässt oder man selbst aus der jury austritt. es ist nämlich nicht so, dass die inet szene so klein ist, dass es keine nachfolger für austretretene jurymitglieder gibt. mir fallen auf einen schlag mehrere ineternetagenturen ein die dazu durchaus fähig wären – und nein mich selbst zähle ich nicht dazu *gg*.
    Dank der überschaubaren grösse herrscht hier ein noch grösserer filz als im zürcher bankenplatz. also kann man durchaus diese abstimmung manipulieren (sie superstars im tv wo auch 3 leute bestimmen wie es weitergeht auch wenn das publikum meint es hätte eine stimme – was ja gar nicht der fall ist)

    nun du wirfst mir vor ich piss dir jede woche ans bein. kannst du mir bitte sagen wann ich dir jemals ans bein gepisst habe. du bist jetzt wirklich für mich nicht sooo wichtig – das sieht man an den blogbeiträgen hier über dich – da gehts meistens ums blogcamp oder twitterbier (http://www.annu.biz/?s=hogenkamp). trotzdem will ich wissen – wann ich dir ans bein gepisst habe – du musst wirklich verwechseln…




  5. silvan Says:

    Ui ui ui, da fühlt sich jemand ziemlich in Bedrängis und versucht irgendwie mit unnötigen Anschuldigungen zu kontern… Ich finde die ganze Sache – insbesondere Best of Swiss Web – eh ein abgekartetes Spiel in dem sich die Juroren (meistens aus namhaften und grösseren Agenturen) sich selber die Preise zuschieben. Anders lässt sich das Ganze gar nicht erklären, denn welche kleine Agentur hat schon das nötige Geld da mitzumachen und möchte so zusätzlich die Grossen noch subventionieren? Ich kenne einen Fall da wurde ein Projekt eingereicht, bezahlt und von der Jury überhaupt nicht angeschaut bzw. nach dem nötigen Login gefragt!
    Schade wenn das Ganze so verhunzt wird.




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