Sind Blogs Out?

Posted by Annubis | Allgemein | Tuesday 28 July 2009 00:16 | Tweet ThisTweet This

Ich hab vorhin einen Artikel in der SonntagsZeitung gefunden, darin wird behauptet das Blogs out sind und die Zukunft bei Facebook oder Twitter ist. Hier ein paar Auszüge daraus

Diese Geschichte beginnt mit dem Ende. Dem Ende der Blogs als Jedermann-Medium. Die breite Masse zieht weiter, einer nach dem anderen, dorthin, wo jetzt alle sind. Zu Twitter und Facebook, in die Welt der Statusmeldungen, dem neuen Jedermann-Medium. Seit Ende letzten Jahres wächst der Kurznachrichtendienst Twitter explosionsartig und wirkt wie ein Magnet auf die Blogosphäre. Leichtgewichte werden unwiderstehlich angezogen. Alleine seit Anfang Jahr haben sich bei Twitter über 30 Millionen neue Mitglieder angemeldet. Bei Facebook werden jeden Tag schätzungsweise 40 bis 60 Millionen Statusmeldungen verfasst.

Die Blogosphäre dagegen wird immer mehr zur Geisterstadt. Wo noch vor ein, zwei Jahren Millionen Bloggerträume in den Himmel wuchsen, bleiben je länger je mehr nur die Erfolgreichsten und Ausdauerndsten übrig. Von allen Blogs, die die Blog-Suchmaschine Technorati seit 2002 erfasst hat, immerhin 131 Millionen weltweit, ist noch jeder Hundertste aktiv, veröffentlicht mindestens pro Woche einen Artikel. Andere Untersuchungen, etwa der Suchmaschine Icerocket, kommen zu optimistischeren Zahlen. Der Exodus aus der Blogosphäre ist indes nicht zu übersehen.

Die öffentliche Wahrnehmung hat sich bereits verschoben. Blogs haben ihren Appeal als schnelles, authentisches, ja: cooles Medium verloren. Cool ist jetzt Twitter. Wenn im Iran um die Demokratie gerungen wird, spricht die Welt über Twitter als digitale Entwicklungshelferin. Nicht mehr über Blogs.

Blogs waren für die breite Masse das richtige Medium, solange es kein besseres gab. Eines, das bietet, was vielen reicht: Mal schnell dies und das der Welt erzählen. Die Statusmeldungen sind das neue Zuhause für all jene, die unbedingt mit der Welt kommunizieren müssen, aber eigentlich nicht viel zu erzählen haben.

They never come back, sagt man im Boxsport über gefallene Champions. They never come back gilt vermutlich auch für die Blogs. Was bleibt, sind Blogs, die in Nischen wie klassische Onlinemedien funktionieren: Viele lesen, wenige schreiben. Die etablierten Blogs sind aktiver denn je und profitieren von Twitter und Co. Bis zu einem Drittel der Leser gelangt inzwischen via Twitter und Facebook auf deren Websites.

Damit schliesst das Kapitel der Blabla-Blogs, ein neues beginnt.

Und die Moral von der Geschicht? Wer jetzt noch bloggt, der hat es geschafft. Oder ist wirklich nicht mehr zu retten.

SonntagsZeitung Artikel

Nun liebe LeserInnen und KommentatorInnen – ist es wirklich so – sind die Blogs wie meiner total Out oder ist das nur Journalistischer Hirnschnodder?

Also ich finde das ne ziemliche Frechheit sowas lesen zu müssen, vorallem da es aus ner Zeitung kommt (die ja fast täglich Journalisten auf die Strasse stellen weil sie Arbeitsplätze abbauen müssen – da immer weniger Zeitungen rentieren). Da würd ich vorher sagen, das Zeitungen Out sind bevor es Blogs sind? ODER?

Was ich täglich in Facebook, Twitter erlebe, dann ist es eher umgekehrt. News gehen in Kurzform durch diese 2 Systeme und dann wenn man mehr infos (detailiertere, Bebilderte oä), dann geht man auf Blogs. Den Blogs sind immernoch viel schneller als die normalen Medien wie (Zeitung, TV, Radio)…

Ich bin gespannt was ihr zu diesem Thema sagt – also schreibt nen Kommentar…





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7 Responses to “Sind Blogs Out?”

  1. Dani Says:

    Wenn Blogs out sind, warum bloggt dieser Journalist dann selber.
    Nun, dieser Journalist – Bauer heisst er glaub, na ja ist ja egal wie sein richtiger Name lautet – hat vor ca. 1 Jahr schon mal einen ähnlichen dämlichen Beitrag in den Zeitungen von Tamedia publiziert.
    Mit deinem Schlussabschnitt bin absolut gleicher Meinung.
    .-= Dani´s last blog ..Satellitenbild der Woche =-.




  2. Bruder Bernhard Says:

    gut möglich. wer will schon nochmals einen alten zeitungsartikel, versehen mit einer kurzen empörung des blogautors, durchlesen? das gleiche gilt für die blogs, die vor allem eine anderswo publizierte news zusammenfassen. eigentlich ist es ja genau das, was bauer sagt, und es ist nix neues.

    katzenblogs etc. hingegen werden nie out sein!




  3. Koni R. Says:

    Blogs sind ganz und gar nicht out. Mit Twitter und Fcaebook können Blogs erst recht promotet werden, ich mutmasse mal, dass durch Twitter und co. die Blogosphäre gefördert und weiterverbreitet wird. Viele Blogs, die ich lese, kenne ich von Twitter, auch Annu.biz. Aussedem sind Blogs meistens viel hochwertiger als <140 Meldungen.
    Wahrscheinlich ist dieser Journalist nur eifersüchtig, weil es Blogger gibt, die bessere Artikel schreiben, als er…




  4. rniederer Says:

    Haha… Blogs und out? Klar, Blogs sind nicht für die “breite Masse”. Blogger “leben (meist) unter sich”. Der Unterschied bleibt aber immer noch! Mit 140 Zeichen kannst du niemandem erklären, wie man z.B. in Windows 7 einen Browser installieren kannst! Sowas geht nun mal mit Twitter und Facebook nicht!

    Für mich persönlich ist Twitter sowieso schwachsinn! Wer will schon wissen, dass ich jetzt was esse, oder gleich unter die Dusche gehe!
    .-= rniederer´s last blog ..TICKnTALK – Firefox Plugin =-.




  5. S. von Relax Says:

    Die Welt ist klein! Beim Googeln sehe ich ein nicht gesuchtes Thema “Statistiken und Geld verdienen mit Blogs” und lande so auf dem Annubis Blog. Folgerichtig sehe ich “Sind Blogs out?” und interessiere mich für die Kommentare und sehe den heiligen Bruder Bernhard mit seinem Kommentar zum Bauer SZ Artikel, wobei der Kommentar überraschend zahm ausfiel, verglichen mit den Ausführungen auf seinem eigenen Blog.

    Habe den Print-Artikel gelesen und er hat mich kalt gelassen, weil es nichts als ein Aufguss von dem ist, was D. Bauer schon früher verbreitet hat. Mein Fazit: Journalisten putzen alten Mist neu heraus, wenn sie ihren Wochenbeitrag abliefern müssen und weder neue Gedanken zur Stelle sind noch Brauchbares von der Konkurrenz mit copy paste geholt und umgemodelt werden kann.
    .-= S. von Relax´s last blog ..Amerikanische Banken – Millionen-Boni teils größer als Gewinn =-.




  6. Bätschman Says:

    Ich würde sagen, dass Zeitungen, Blogs, Social-Communitys, Twitter und wie sie alle heissen, einfach Medien sind, die für ganz bestimmte Bereiche des Lebens sind. Einige meiner Vorredner haben es schon treffend bemerkt. Wer beschreiben will wie man ein Programm auf dem PC installiert, kann dies nicht über Twitter machen sondern nur über Blogs oder die klassischen Printmedien (wenn er dort arbeitet). Dafür sieht die Nachricht, dass der Autor gerade unter die Dusche steigt etwas komisch in einer Tageszeitung aus. Sicherlich überschneiden sich diese Medien teilweise. Mann kann gleichzeitig twittern und bloggen. Man kann gleichzeitig bloggen und in Facebook schreiben. Aber je spezialisierter man wird umso mehr muss man sich auf ein Medium konzentrieren. Zumindest für sein persönliches Thema.

    Ein Grund des „Blogsterbens“ könnte sein, dass alle die „kleinen Blogger“ die nie grössere Beiträge geschrieben haben, jetzt auf Twitter gehen, weil ihn das für ihren Alltag reicht. Sie haben nur Blogs benutzt weil es nichts Anderes/Besseres gab. Ihnen reicht dieses „kleine“ oder „kurze“ Bloggen völlig aus. Das ist meiner Meinung auch gut so. Für Twitter-Nachrichten gelten wie für Blogs oder spezialisierte Zeitungen die gleichen Regeln. Wenn mich der Inhalt interessiert lese ich sie. Ich lese weder Zeitungen über Gartenbau, noch Twitter-Beiträge über den Schulalltag eines 12jährigen, noch lese ich Blogs zur Fingernagelgestaltung. Somit sterben die Blogs nicht, sie werden nur auf eine andere Ebene verlagert, die dem Inhalt mehr Rechnung trägt. Was wiederum gut ist, da die Blogssphäre verschlankt wird.

    Dass professionelle Journalisten bzw. Journalisten in festen Anstellungen immer über Blogs maulen ist ja nichts neues. Das ist wie Hobbyköche in Restaurants oder ungelernte Handwerker am Bau. Manche sind super gut und bringen gute Leistung, aber der Grossteil kommt nicht über das Hobbylevel hinaus. Da es aber leichter ist einen Blog zu eröffnen als im Restaurant angestellt zu werden, bloggen halt Grossmütter genauso wie Tokio Hotel Fans und professionelle Blogger im gleichen Raum. Das es da intern zu Reiberei kommt und externe Leute alle Blogger über einen Kamm scheren ist leider normal. Es menschelt überall. Von einem Journalisten könnte man allerdings mehr Wissen auf diesem Gebiet erwarten. Ist ja schliesslich sein täglich Brot.

    Ich sehe es selber an vielen Bekannten, die eher kritische gegenüber Bloggern sind. Viele halten Blogger für „spezielle“ Leute. Lustig ist, dass viele meiner Kollegen es immer komisch fanden, dass ich eine eigene Homepage/Blog habe und dort private Sachen von mir reinschreibe (keine zu privaten Sachen natürlich), aber selber stellen sie jeden Schei** auf Facebook online. Tja, es ist halt nie das Selbe wenn zwei das Gleiche machen. Aber zurück zum Thema. Viele der „Nicht-Blog-Leser“ halten Blogs für Kinderkram (Tokia Hotel und Katzenblogs) oder im besten Fall für ein Reisetagebuch. Man muss einfach die Blogs suchen die einem persönlich gefallen.

    Zurück zum Thema:
    Blog sind nicht out. Manche verschwinden, manche tauchen auf. Sie sind aber schnelllebiger als Zeitungen. Es gelten kürzer Halbwertzeiten. Somit sieht es aus der Sicht der Alten (Zeitungen) manchmal schon so aus, als ob Blogs am Aussterben sind. Sieht man die Sache aber aus Sicht der Bücher sind Zeitungen seit mehreren Jahrzehnten auch am Aussterben. Deren Zahl sinkt durch Schliessungen, Käufe und Fussionen nämlich auch immer mehr. Somit ist alles im Wandel. Was bleibt ist das, was dem Nutzer/Leser einen Nutzen bringt.

    Schon mal versucht mit einem Blog eine Fliege zu erschlagen oder versucht einen Blog als Tischbein zu verwenden. Oder schon mal versucht in einem diktatorischen Land eine anonyme Zeitung zu veröffentlichen? Alles hat seinen Platz.

    So wie ich jetzt meine Platz am Stammtisch habe. Mit realen Leute und einem realen kühlen Cardinal. Schönen Abend.

    mfg Bätschman
    http://www.Baetschman.de




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